Werte als Kompass: Wie du deine wichtigsten Werte entdeckst und lebst
Hast du dich schon einmal gefragt, was dich wirklich antreibt? Welche Prinzipien dein Handeln bestimmen und warum du in bestimmten Situationen so reagierst, wie du es tust? Werte sind wie ein innerer Kompass, der uns Orientierung gibt – doch manchmal ist es gar nicht so einfach, diese klar zu benennen. Lass uns gemeinsam einen Blick darauf werfen, wie du deine Werte erkennen und sie bewusst in deinem Alltag leben kannst.
Was sind Werte überhaupt?
Stell dir vor, du bist Kapitän eines Schiffes. Deine Werte sind die Sterne am Himmel, die dir den Weg weisen. Sie sind tief in dir verankert und beeinflussen deine Entscheidungen, auch wenn du sie nicht immer direkt wahrnimmst. Viktor Frankl, der Begründer der Logotherapie, hat Werte in drei Kategorien unterteilt:
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Schöpferische Werte: Diese spiegeln sich in dem wider, was wir erschaffen und nach außen tragen – sei es durch unsere Arbeit, Kunst oder andere kreative Tätigkeiten.
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Erlebniswerte: Sie stehen für das, was wir empfangen und genießen – Momente der Freude, Liebe oder Dankbarkeit.
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Einstellungswerte: Diese betreffen unsere Haltung gegenüber den Herausforderungen des Lebens. Wie wir auf Schicksalsschläge reagieren oder mit schwierigen Situationen umgehen.
Warum ist es wichtig, seine Werte zu kennen?
Vielleicht kennst du das Gefühl, in deinem Alltag hin- und hergerissen zu sein. Du möchtest allen Ansprüchen gerecht werden und verlierst dabei vielleicht dich selbst aus den Augen. Wenn du jedoch deine Hauptwerte kennst, kannst du sie wie Leitsterne nutzen – sie geben dir Stabilität und helfen dir, Prioritäten zu setzen.
Ein Beispiel: Wenn „Familie“ einer deiner zentralen Werte ist, wirst du Entscheidungen treffen wollen, die Zeit mit deinen Liebsten ermöglichen. Oder wenn „Kreativität“ für dich essenziell ist, wirst du dich in einem Job ohne Gestaltungsspielraum schnell unwohl fühlen.
Wie findest du deine Kernwerte?
Es gibt viele Werte – oft so viele, dass man sich leicht überfordert fühlt. Doch keine Sorge: Du musst nicht alle gleichzeitig leben. Hier ein paar Schritte zur Orientierung:
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Reflektiere deine besten Momente: Wann hast du dich zuletzt wirklich lebendig gefühlt? Was hat diesen Moment besonders gemacht?
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Orientiere dich an deinen Vorbildern: Wer inspiriert dich und warum? Die Eigenschaften dieser Menschen können Hinweise auf deine eigenen Werte geben.
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Priorisiere: Schreibe eine Liste mit Werten auf, die dir spontan einfallen. Dann wähle die fünf aus, die dir am wichtigsten sind.
Werte im Alltag leben
Deine Werte zu kennen ist der erste Schritt – sie aktiv zu leben der zweite. Das bedeutet nicht, dass jeder Tag perfekt sein muss. Es geht vielmehr darum, bewusst kleine Entscheidungen zu treffen, die im Einklang mit deinen Werten stehen.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Stell dir vor, „Achtsamkeit“ ist einer deiner Werte. Du könntest dir vornehmen, jeden Morgen fünf Minuten bewusst durchzuatmen oder dein Handy beim Abendessen beiseite zu legen.
Oder wenn „Hilfsbereitschaft“ für dich wichtig ist: Vielleicht meldest du dich bei einem Nachbarn, der Unterstützung braucht, oder spendest regelmäßig an eine Organisation.
Impulse für dich
Welche deiner Entscheidungen basieren bereits auf deinen Werten? Gibt es Bereiche in deinem Leben, in denen du mehr nach deinen Prinzipien handeln möchtest? Nimm dir einen Moment Zeit und schreibe drei konkrete Schritte auf, wie du deine Werte im Alltag stärker integrieren kannst.