Gewohnheiten hinterfragen: Der Kuhpfad unseres Lebens
Hast du dich schon einmal dabei ertappt, wie du etwas tust, ohne darüber nachzudenken? Vielleicht ist es die Art, wie du deinen Morgen beginnst, oder wie du auf bestimmte Situationen reagierst. Wir alle haben solche Gewohnheiten, die sich tief in unser tägliches Leben eingebrannt haben. Aber was wäre, wenn diese vertrauten Pfade uns daran hindern, einfachere oder bessere Wege zu entdecken?
Die Parabel der Kühe
Lass mich dir eine Geschichte erzählen, die ich kürzlich in einem Buch über Achtsamkeit entdeckt habe. Sie handelt von Kühen, die jeden Tag denselben gewundenen Weg von ihrer Weide zum Stall nehmen. Jahrelang mussten sie Hindernisse wie Baumstämme, einen Bach ohne Brücke und dichte Hecken umgehen. Als ein junger Mann nach zehn Jahren in sein Heimatdorf zurückkehrt, stellt er fest, dass all diese Hindernisse verschwunden sind. Die Landschaft ist geebnet, eine Brücke gebaut. Doch zu seiner Überraschung nehmen die Kühe immer noch denselben verschlungenen Weg.
Neugierig fragt er eine Kuh, warum sie nicht den nun möglichen direkten Weg wählen. Die Antwort der Kuh ist ebenso einfach wie tiefgründig: “So geht man nach Hause.”
Unsere persönlichen Kuhpfade
Diese Geschichte lässt mich schmunzeln, weil sie so treffend zeigt, wie wir Menschen oft handeln. Wie oft sagen wir Dinge wie “So bin ich eben” oder “Das mache ich schon immer so”? Wir folgen unseren eingefahrenen Mustern, ohne zu hinterfragen, ob es vielleicht einen besseren Weg gäbe.
Ich ertappe mich selbst dabei, wie ich jeden Morgen dieselbe Routine durchlaufe: Teewasser aufsetzen, Geschirrspüler ausräumen, mit dem Hund rausgehen. Es fühlte sich wie eine Pflicht an, bis ich eines Tages innehielt und mich fragte: Muss das wirklich so sein?
Den Blick weiten
Das Spannende an unseren Gewohnheiten ist, dass wir sie oft selbst nicht erkennen können. Sie sind wie blinde Flecken in unserem Verhalten. Aber wie können wir sie aufdecken?
Eine wunderbare Möglichkeit ist es, Menschen um uns herum zu fragen. Vertraue dich einem guten Freund oder einer Kollegin an und bitte sie, dir Feedback zu geben:
• Gibt es Situationen, in denen ich übermäßig emotional reagiere?
• Merkst du Momente, in denen ich mich sofort verteidige?