Das Leben als Coach: Drei Alltagsgeschichten, die zum Nachdenken anregen
Manchmal hält uns der Alltag kleine Lektionen bereit, die uns daran erinnern, wie wir unser Leben betrachten können – als einen Coach, der uns immer wieder neue Perspektiven und Herausforderungen bietet. Diese Haltung kann uns helfen, mit schwierigen Situationen besser umzugehen und sie als Chancen für Wachstum zu sehen. Heute möchte ich drei persönliche Erlebnisse mit dir teilen, die genau das verdeutlichen.
1. Der Tunnelblick unter Stress
Es war ein ganz normaler Morgen. Ich war mit meinem Hund unterwegs, der Verkehr war dicht, Schulkinder liefen rechts und links – ich war voll darauf konzentriert, sicher über die Straße zu kommen. Als ich schließlich auf der anderen Seite ankam, fiel mir plötzlich auf, dass ich meinen Nachbarn gar nicht bemerkt hatte. Dabei unterhalte ich mich sonst immer gerne kurz mit ihm.
Dieser Moment hat mir gezeigt, wie sehr Stress unsere Wahrnehmung verengen kann. Wir fokussieren uns nur auf das Nötigste und blenden alles andere aus – nicht aus Absicht, sondern weil unser Gehirn so funktioniert. Vielleicht kennst du das auch: Du bist in Gedanken oder angespannt und übersiehst jemanden oder etwas Wichtiges. Dieser Gedanke hat mich daran erinnert, nachsichtiger mit mir selbst und anderen zu sein. Denn manchmal sehen wir Dinge einfach nicht – nicht, weil wir nicht wollen, sondern weil unser Fokus woanders liegt.
2. Ein Fehltritt definiert keinen Menschen
In unserem Dorf gibt es einen Mann, der sich strafwidrig verhalten hat und dafür in Untersuchungshaft musste. Was danach passierte, war leider typisch: Die Leute begannen zu tratschen, stempelten ihn und seine Familie ab – als wären all seine guten Taten plötzlich vergessen. Dieses Verhalten macht mich wütend. Ein einziger Fehltritt sollte doch nicht alles überschatten, was ein Mensch sonst geleistet hat.
Ich habe bewusst das Gespräch mit ihm gesucht und ihn eingeladen, um ein Zeichen zu setzen: Ein Fehler macht niemanden zu einem schlechten Menschen. Diese Erfahrung hat mich daran erinnert, wie wichtig es ist, Menschen mit Mitgefühl statt Vorurteilen zu begegnen. Vielleicht kannst du dich auch an eine Situation erinnern, in der du vorschnell über jemanden geurteilt hast – oder selbst beurteilt wurdest? Wie wäre es, wenn wir alle ein bisschen mehr Verständnis füreinander aufbringen?
3. Die Kraft der unperfekten Momente
Letzte Woche habe ich mir einen Tag freigenommen und bin mit einer Freundin und meinem Hund in die Eifel gefahren. Das Wetter war wechselhaft – erst bedeckt, dann regnerisch – und wir entschieden uns für Abkürzungen, um schneller zurückzukommen. Doch eine dieser Abkürzungen entpuppte sich als Sackgasse. Statt den geplanten Weg zu gehen, kämpften wir uns durch unwegsames Gelände.
Meine Freundin war genervt – verständlich bei Kälte und Nässe –, aber am Ende fanden wir zurück auf den richtigen Pfad. Und weißt du was? Als wir später darüber sprachen, konnten wir lachen. Es sind oft genau diese Momente voller Chaos und Unvorhersehbarkeit, die uns im Gedächtnis bleiben – nicht die perfekten Tage ohne Zwischenfälle.
Diese Erfahrung hat mir wieder gezeigt: Es sind die Herausforderungen im Leben, die uns prägen und später zu Geschichten werden. Vielleicht kannst du dich auch an eine Situation erinnern, die im Moment anstrengend war, aber rückblickend eine wertvolle Erfahrung wurde?
Ein Impuls für dich
Das Leben als Coach zu betrachten bedeutet nicht nur, Herausforderungen anzunehmen, sondern auch unsere Perspektive zu hinterfragen: Wie sehen wir andere Menschen? Wie gehen wir mit Stress um? Und wie bewerten wir schwierige Situationen?
Vielleicht magst du diese Woche einmal bewusst darauf achten: Wo kannst du nachsichtiger mit dir selbst oder anderen sein? Welche Momente könnten später einmal schöne Geschichten werden? Ich lade dich ein, deine Gedanken dazu in den Kommentaren zu teilen oder einfach für dich darüber nachzudenken.
Ich wünsche dir eine Woche voller kleiner Erkenntnisse und schöner Erinnerungen – auch wenn sie vielleicht erst später ihren Wert zeigen.