Atemübung für mehr innere Stärke

Atmen, Visualisieren, Stärken: Eine kraftvolle Übung für mehr innere Ruhe

Kennst du das? Du stehst vor einer Herausforderung und spürst, wie dein Herz rast, deine Hände feucht werden und deine Gedanken Achterbahn fahren. Vielleicht ist es ein wichtiger Vortrag, ein Vorstellungsgespräch oder einfach eine Situation, in der du dich unsicher fühlst. In solchen Momenten wünschen wir uns oft nichts sehnlicher, als ruhig und selbstsicher zu sein. Aber wie können wir das erreichen?
Heute möchte ich dir eine Übung vorstellen, die ich selbst entwickelt habe und die sich als äußerst wirkungsvoll erwiesen hat. Sie verbindet Atemtechnik mit Visualisierung und mentalem Training – eine Kombination, die dir helfen kann, deine inneren Stärken zu aktivieren und Ruhe zu finden, wann immer du sie brauchst.

Die Kraft des Atems und der Vorstellung
Stell dir vor, du könntest mit jedem Atemzug neue Kraft schöpfen und mit jedem Ausatmen tiefer in einen Zustand der Ruhe gleiten. Genau das ist das Ziel dieser Übung. Sie basiert auf der einfachen, aber mächtigen Verbindung zwischen unserem Atem, unseren Gedanken und unseren Gefühlen.

Hier ist, wie du beginnen kannst:
1. Wähle zwei Begriffe, die du in deinem Leben stärker spüren möchtest. In unserem Beispiel nehmen wir “Kraft” und “Ruhe”.
2. Suche dir für jeden Begriff ein lebendiges, persönliches Bild. Für “Kraft” könnte es ein Moment sein, in dem du über dich hinausgewachsen bist. Für “Ruhe” vielleicht eine friedvolle Szene an einem stillen See.
3. Beginne mit ruhigem Ein- und Ausatmen. Konzentriere dich zunächst nur auf deinen Atem.
4. Beim Einatmen stellst du dir vor, wie das Wort “Kraft” vor deinem inneren Auge erscheint. Beim Ausatmen siehst du “Ruhe”.
5. Sprich die Worte innerlich mit: “Kraft” beim Einatmen, “Ruhe” beim Ausatmen.
6. Lass nun langsam die Bilder entstehen, die du mit den Begriffen verbindest. Tauche ein in das Gefühl von Kraft beim Einatmen und in die Ruhe beim Ausatmen.

Warum diese Übung so wirksam ist
Du fragst dich vielleicht, was diese einfache Übung so besonders macht. Es ist die Kombination mehrerer kraftvoller Elemente:
1. Fokus auf den Atem: Indem du dich auf deinen Atem konzentrierst, bringst du dich ins Hier und Jetzt. Du spürst dich selbst und deinen Körper intensiver.
2. Aktivierung innerer Ressourcen: Die Begriffe und Bilder, die du wählst, sind bereits in dir verankert. Du erinnerst dich an Momente, in denen du diese Qualitäten erlebt hast – sie sind also schon Teil von dir.
3. Lebendige Visualisierung: Je mehr du alle Sinne in deine Vorstellung einbeziehst, desto stärker wird das Erlebnis. Dein Körper reagiert auf diese intensiven Bilder, als wären sie real.
4. Verknüpfung mit dem Atem: Durch die wiederholte Verbindung der Begriffe und Gefühle mit deinem Atem schaffst du einen Anker. Mit der Zeit reicht schon ein bewusster Atemzug, um die gewünschten Zustände hervorzurufen.

Ein Werkzeug für viele Situationen
Obwohl ich diese Übung ursprünglich für eine Klientin mit Lampenfieber entwickelt habe, ist sie vielseitig einsetzbar. Du kannst sie nutzen, um dich vor wichtigen Gesprächen zu beruhigen, um morgens energiegeladen in den Tag zu starten oder um abends besser einzuschlafen.
Die Schönheit dieser Methode liegt in ihrer Einfachheit und Flexibilität. Du kannst die Begriffe jederzeit an deine aktuellen Bedürfnisse anpassen. Vielleicht brauchst du heute “Gelassenheit und Fokus”, morgen “Freude und Leichtigkeit”.

Deine persönliche Praxis
Wie bei allen Übungen gilt: Regelmäßigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg. Je öfter du diese Technik anwendest, desto leichter wird es dir fallen, die gewünschten Zustände abzurufen. Mit der Zeit wirst du merken, wie sich dein Unterbewusstsein diese positiven Assoziationen zu eigen macht.

Ich lade dich ein, diese Übung in deinen Alltag zu integrieren. Vielleicht startest du morgens damit oder nutzt sie als kurze Pause zwischendurch. Experimentiere mit verschiedenen Begriffen und Bildern und finde heraus, was für dich am besten funktioniert.
Zum Abschluss möchte ich dich fragen: Welche zwei Qualitäten möchtest du in deinem Leben stärken? Und welche Bilder tauchen spontan dazu in dir auf?